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beschenkt und gesandt

Vor meinem inneren Auge sehe ich einen meiner zehnjährigen Schüler, der sich für den Klassenfasching bereitet hat: Gummihose, große Stiefel, ein riesiges Netz mit kleinen Glücksfischen, eine Angel mit Fliege und sonst noch einige Utensilien. Als Fischer hat er sich verkleidet und spielt seine Rolle bestens; die „gefangenen Fischchen“ aus Keksteig dürfen gegessen werden und die Klassenkameraden umringen ihn.

 

Das heutige Evangelium erzählt auch von Fischern, die von einem nächtlichen Fangversuch zurückgekehrt sind, aber in ihren Netzen finden sich keine Fische. Die Enttäuschung ist riesengroß! Da geht Jesus auf sie zu und „nimmt sie in seine Dienste“: als Bootverleiher, Bootsführer, als Hörende und Staunende, als Erschrockene und Mitgehende. Auf Jesu Wort hin fangen sie so viel wie schon lange nicht. Sie müssen gemeinsam arbeiten, damit alles an Land gebracht werden kann.

Jesus hilft, aber dabei bleibt es nicht. Er ändert ihre Blickrichtung. Der tägliche Unterhalt ist wichtig, aber die Botschaft Jesu darf nun in den Vordergrund rücken. Das heißt: Menschen für ihn zu begeistern.

 

Diesen Impuls gibt auch Paulus, wenn wir in der Lesung eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse des Glaubens an die Auferstehung hören:

  • das Evangelium ist der Grund, auf dem wir stehen

  • durch diese Botschaft werden wir gerettet

  • haltet fest an Jesu Wort, an seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung

 

Wie Jesus die Fischer damals beschenkt und ruft, so beschenkt und ruft er auch uns heute – dich und mich –, um weiterzusagen und daraus zu leben: Durch Gottes Gnade bin ich was ich bin.

 

Sr. Gerlinde Kauba MC

 

5. Sonntag im Jahreskreis / 1 Kor 15,1-11; Lukas 5,1-11

 

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