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Wie Jesus ankommt

Palmsonntag: Alles ist gleichzeitig da am Beginn dieser Woche. Jesus kommt nach Jerusalem, wird empfangen wie ein König und reitet doch selbst auf einem Esel. Die Jünger/innen und die ganze Stadt sind voll Jubel für den Messias. Wie groß zeichnet das Evangelium dieses Ereignis - und gleichzeitig wie demütig den Ersehnten. Sein König-Reich, ER selbst, gehört ohne Kompromiss den Armen.

Ich stelle mir dieses Bild von Jesus auf dem Esel oft und gerne vor. Ein modernes Bild würde ihn auf dem Rücken seines Esels vielleicht inmitten einer Großstadt zeichnen. Ganz belanglos inmitten heutiger Geschäftigkeit. Ganz unscheinbar im Zeitalter der Selbstoptimierung und in all unserem Hetzen und Leistenmüssen . Ganz leise im Lärm unserer überreizten Sinne und Gefühle.

Und doch: Die immer noch Sehnsuchtsvollen in den Kirchen und die vielen Sinnanbieter und spirituellen Wege neben und außerhalb der Kirche zeugen vom Durst nach Tieferem. Die gottgegebene Unruhe unserer Seele gibt sich nicht zufrieden mit Vertröstungen und Symptombekämpfungen und seien sie noch so triumphal. Sie wartet und hofft noch immer.

Diese Seelenunruhe lädt ein, sich unserer Begrenztheit und unserem Verwundetsein zu stellen, nicht über oder neben den Dingen zu stehen, sondern mittendrin. Sie lädt ein, nicht auszuweichen, nicht der Zerstörung unserer Umwelt, nicht der Ungerechtigkeit, dem himmelschreienden Missbrauch und nicht dem vielfachen sinnlosen Leid.

Sie lädt ein zu entdecken, dass jeder Ort, auch meine Stadt oder mein Dorf, heiliger Boden ist, wo Menschen wieder aufblühen können weil Gott nahe ist und ankommen will.

Bereiten wir ihm den Weg....?!

 

Sr. Mareile Hartl MC

 

Palmsonntag / Lukas 22, 14 -23, 56

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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