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Wo Gott wohnt

Es ist eine ungeheure Zusage, die uns von Jesus zugesprochen wird: Wer sich an den Vater und an Jesus durch die Liebe bindet und diese Liebe in seinen Haltungen und Taten lebt und bezeugt – der oder die wird vom Vater und dem Sohn bewohnt sein. Dort kann die Liebe Gottes eine Heimat finden. Das heißt, dort wird Gott gegenwärtig sein und wirkmächtig. Dort wird wirkliches Leben sein, dort ist Gott in unserem Leben anwesend, ganz nah und doch so unfassbar.

 

Warum steigen dann trotzdem Zweifel auf? Mich bewegt immer wieder die Frage nach der Ohnmacht Gottes in unserer Welt. Eigentlich geht das alles ja nicht so leicht in unserem so komplexen Leben und in einer noch komplexeren, ja von uns lebensfeindlich gestalteten Welt.

 

In diesem Zusammenhang kommt der verblüffende Hinweis des Evangeliums, dass der Geist, den Jesus uns sendet, uns lehren und erinnern wird. Lehren bedeutet die Unterscheidung, was Leben und Wahrheit ist. Das spricht unsere menschliche Realität an, denn wir sind immer in einem Prozess des Wandelns und Reifens, der Wege und großen Umwegen, der ungeheuer vielen menschlichen Interaktionen. Wir sind Teil der Welt, die wir uns schaffen und der wir zugleich ausgeliefert sind. Jesu Geist wird uns erinnern, dass Gottes Liebe unverbrüchlich ist. Dass wir seine Liebe wahrnehmen können. Dass Gottes letztes Wort seine Liebe ist in allen Brüchen und Umbrüchen. Dem nachzuspüren, diesen Spuren im eigenen Leben zu folgen, ist eine der großen Freuden dieses Pfingstfestes.

 

Sr. Paula Wuschitz MC

 

Pfingstfest / Johannes 14, 15-16.23-26

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