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Wesentlich leben

Was ist denn der Sinn des Lebens? So vieles strömt täglich auf uns ein und verspricht uns „Leben“. Ist in dem Vielen ein Sinn zu entdecken? Oder ist doch alles „Windhauch“, wie es der Autor des biblischen Buches Kohelet ca. 250 vor Christus ausgedrückt hatte? Seitdem meine Mutter vor zweieinhalb Jahren gestorben ist, wird mir immer tiefer bewusst, wie vergänglich alles Lebendige ist – und wie kostbar und unwiederbringlich jeder Augenblick.

Deshalb will ich wesentlich leben. Dazu hilft mir Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Ich suche die Begegnung mit den Menschen und mit Gott. Weil jeder Tag nur 24 Stunden hat, muss ich gut auswählen und entscheiden. Ich will möglichst viel Zeit im Zuhören und mit Menschen verbringen: mit Freunden, am Krankenbett, im Trauergespräch, am Fahrkartenschalter, in der Straßenbahn, am Abend mit den Mitschwestern… Und in der Stille in der Kirche oder auf unserem Balkon, in der Natur…. Das bedeutet u.a., dass ich so wenig Zeit wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig auf andere Weise kommunizieren will mit den vielfältigen Kommunikationsmitteln. Und weil mich die vielen Informationen auch oft überfordern, halte ich es gern mit dem Hl. Ignatius: „Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das Verkosten der Dinge von Innen her.“ Das macht mein Leben reich, glücklich, sinnvoll, wesentlich.

 

Sr. Christine Romanow MC

 

18. Sonntag im Jahreskreis / 12,13-21

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