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Ende gut

Was ist am Ende wirklich wichtig? Was zählt am Ende? In der Begleitung von Patienten und ihren Angehörigen auf der Intensivstation steht diese Thematik nahezu täglich im Raum. Als Krankenschwester bin ich von dieser Umgebung geprägt und erlebe unterschiedlichen Umgang damit bzw. die verschiedenen Antworten auf die Frage: Was zählt am Ende für den Einzelnen?

Auf dem Weg nach Jerusalem wird es immer enger für Jesus und seine Jünger. Es scheint, dass es jetzt an das Eingemachte geht. Die Jünger werden hingewiesen, allezeit zu beten und nicht nachzulassen im Gebet. In der Zeit der Ermüdung und Entmutigung, wo der einzelne Jünger auf tragfähige Worte angewiesen ist, greift Jesus dieses Thema der Gottesbeziehung auf. Er stellt eine Witwe vor, die nichts mehr zu verlieren hat, die hartnäckig um ihr Recht kämpft. In der Geschichte werden wir Zeugen, wie ein sogenannter gottloser Mensch sich zum Handeln hinreißen lässt, um von dieser Hartnäckigkeit der lästigen Witwe endlich befreit zu werden. Jesus macht damit den Jüngern klar, um wieviel mehr Gott denen zu ihrem Recht verhelfen wird, die sich unablässig an seinen Vater wenden. Die Jünger kennen bereits den Beziehungshintergrund Jesu zu seinem Vater, wenn er ihn mit Abba anspricht. In dieser Beziehung hat das ganze Leben Platz – so wie es ist. Nichts muss vorher glatt gebügelt werden, auch nicht die tiefen Falten des Lebens.

Der Ausgang bleibt am Ende dennoch ungewiss. So ist es auch täglich zu erleben in meiner Arbeitswelt, der Intensivstation. Wer jedoch in seinem Leben in dieser Ausrichtung der Gottesbeziehung hartnäckig bleibt, dem wird am Ende der Segen Gottes - wie er auch immer aussehen mag - zuteil.

Sr. Maria Fokter MC

29. Sonntag im Jahreskreis / Lukas 18, 1-8

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