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Unermüdlich

„Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ – Von wem ist hier die Rede? Wer hat dieses besondere Gespür für scheinbar hoffnungslose Fälle? Überraschender Weise handelt es sich um einen „Sklaven“ – so das Wort im Hebräischen –, also um jemanden, der völlig in der Verfügungsgewalt eines anderen steht. Das ist ein Zustand, der nicht erstrebenswert erscheint. Aber er ist ein Sklave Gottes, und damit verändert sich seine Situation erheblich. Gott selbst hat ihn ausgewählt und mit seinem Geist ausgestattet. Diesem „Gottesknecht“, so die Einheitsübersetzung, gelingt dadurch Menschenunmögliches. Er führt aus, was Gottes Anliegen ist: Er macht sich stark für die Rechtlosen. Auch diejenigen, die in einer Sackgasse gelandet sind, erkennen mit ihm neue Wege. Denn er befreit sie und führt sie zum Licht. Darin ist er unermüdlich.

Für uns Christinnen und Christen leuchtet in der Gestalt des Gottesknechts Jesus Christus auf, der in seiner Taufe am Jordan den Heiligen Geist empfangen hat. Und als Getaufte darf ich mich auch selbst in dieser Rolle sehen. So höre ich heute Gottes Zuspruch an mich: „Hab keine Angst, dass dir die Kraft ausgeht, wenn du dich um meine Anliegen mühst. Ich fasse dich an der Hand.“

Sr. Ruth Pucher MC

Taufe des Herrn / Jesaja 42,1-7

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