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kennen lernen

Ich kenne jemanden und kenne ihn oder sie doch nicht. Das, was diese Person wirklich ausmacht, das bleibt oft verborgen. Auch wenn ich meine, sie schon längst zu kennen, genau zu wissen, wie und warum sie so und so ist. Manchmal darf (oder muss) ich dann feststellen: Ich kenne die Person ja gar nicht. Mein bisheriges Bild von ihr stimmt nicht.

Johannes gibt in dieser Stelle zweimal zu „Auch ich kannte ihn nicht“. Sein Bild von diesem Jesus war ein anderes, als wie er ihn dann erfahren hat. Johannes bleibt bei dem „Ich kannte ihn nicht“ jedoch nicht stehen, es folgt beide Male ein „aber“.

Ich kannte ihn nicht, aber ich soll IHN den Menschen bekannt machen. Ich kannte ihn nicht, aber Gott zeigt mir, wer ER wirklich ist.

Johannes muss nicht aus sich selbst heraus erkennen, wer dieser Jesus wirklich ist. Gott selbst zeigt ihm, dass Jesus der Christus ist. Und so kann Johannes Zeugnis abgeben über diesen Menschen. Gott hat ihm gezeigt, wer dieser Mensch ist, nämlich der Sohn Gottes.

Mir macht dieser Johannes Mut, nicht stehen zu bleiben bei meinem bisherigen Kennen der Mitmenschen. Ich darf das „aber“ wagen und hinschauen auf das Göttliche in jedem Menschen. Und ich kann darauf vertrauen, dass Gott mich bei dieser Entdeckungsreise führt.

 

Sr. Maria Stadler MC

2. Sonntag im Jahreskreis / Johannes 1, 29-34

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