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Ein offenes Ohr

Wirklich hören, echt zuhören, ist gar nicht so einfach. Ich muss zunächst mal meine Interessen, meine vorgefasste Meinung zurückstellen und mich in die Welt des Anderen einlassen, mich einfühlen. Nur so kann Verstehen, Dialog beginnen.

In diesem Gottesknechtslied des Propheten Jesaja erkennt Jesus sich selber wieder: ihn erwartet ein ähnliches Schicksal. Das herausragende Merkmal dieses Gottesknechtes aber ist das offene Ohr: der Jünger, der sich immer wieder öffnen und aufwecken lässt und der so – nicht aus sich selber – die Müden aufrichten und stärken kann. Ihm bleibt nicht erspart, dass er verkannt und verfolgt wird. Viele Christen erleiden heutzutage dasselbe Schicksal. Sie werden verfolgt, ihre Kirchen angezündet, es gibt Tote und viele von ihnen sehen keinen anderen Ausweg als die Flucht.

Ich kann mich fragen: Wie steht es bei mir mit meinem „Hören“ auf meine nächsten Mitmenschen, auf mir Fremdes, auf Fremde?

Wie geht es mir, wenn ich als Christ belächelt, gar verspottet oder benachteiligt werde?

Wie kann ich mich mit den verfolgten Christen solidarisieren?

 

Sr. Paula Bickel MC

 

Palmsonntag / Jesaja 50, 4-7

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