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Klare Priorität

Ein Schatz, der im Ackerboden vergraben war … Wer ist denn dieser Mann, der diesen Schatz entdeckt? Hat er ihn nicht einfach wegnehmen können statt wieder einzugraben? Damit riskiert er ja, dass jemand anderer auf die Idee kommt. Nein, der Mann im Gleichnis Jesu tut das nicht. Er freut sich sehr und verkauft alles, um den Acker und somit den Schatz rechtsschaffen zu erwerben. Der Wert des Schatzes muss mindestens so hoch sein wie der des Ackers. Auch der Kaufmann, der Perlenhändler, handelt ähnlich. Er verkauft alles, um eine einzige Perle zu bekommen. Was für eine hohe Priorität! Mir kommt vor, das sind auch Bilder für die werbende Liebe Gottes für uns. "Weil du in meinen Augen so teuer und wertvoll bist, und weil ich dich liebe …" (Jesaja 43,4)

Diese große Lektion mit Himmelreich-Gleichnissen schließt Jesus mit einer Frage an die JüngerInnen ab: Habt ihr das alles verstanden? Und siehe da, sie sagen: Ja! Anscheinend haben sie im Laufe des ganzen 13. Kapitels im Matthäusevangelium etwas dazugelernt. Was mich zudem noch erstaunt: Jesus reagiert darauf überhaupt nicht skeptisch, sondern ermutigt sie geradezu mit einer wertschätzenden Bemerkung: "Wer ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherr, der Neues und Altes aus seinem Vorrat hervorholt".

Auch Salomo setzt seine Priorität auf ein "hörendes Herz" und bekommt alles andere dazu. Eine klare Priorität für Gottes Reich und seine Prinzipien der Liebe und des Friedens macht uns souverän im Unterscheiden und Handeln. Fragen wir Gott: Was wäre deine Wahl?

Sr. Joanna Jimin Lee MC

17. Sonntag im Jahreskreis / Matthäus 13,44-52

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