Home

Texte

VERSPRECHENSFORMEL

Die Schwestern vollziehen ihre Lebensweihe mit folgenden Worten:

„Herr Jesus Christus, du bist die Mitte unserer Gemeinschaft und die Mitte meines Lebens.

Ich, Sr….., weihe dir mein ganzes Leben und verspreche auf Lebenszeit Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit nach der Geistlichen Lebensordnung der Missionarinnen Christi. Ich will durch mein Leben und meinen Dienst dich und deine Botschaft den Menschen verkünden. Amen.“

UNSER CHARISMA

„Hineingenommen in die Liebe
des dreieinen Gottes
sind wir Missionarinnen Christi gesandt,
durch Christus, mit ihm und in ihm
Licht in der Welt zu sein und
seine Botschaft zu verkünden
durch unser ganzes Sein:
Jesus Christus vergegenwärtigen in der Welt.“
(Generalversammlung 2004)

Aus der Geistlichen Lebensordnung der Missionarinnen Christi:

top

MISSIONARISCHER AUFTRAG – in apostolischer Tätigkeit und Gebet

6 Die Beziehung zu Gott und der Einsatz für die Menschen stehen für uns Missionarinnen Christi in einem inneren Zusammenhang. Das Leben in Einheit von Gebet und apostolischer Tätigkeit lernen wir im Schauen auf Jesus. Erfüllt von der Liebe des Vaters konnte er den Menschen eine neue Beziehung zu Gott eröffnen und sie von der Last ihrer Sünden und Gebrechen befreien. Er kam, um den Armen die Frohe Botschaft zu bringen und den Gefangenen Befreiung zu verkünden (vgl. Lk 4,18).

7 Seine Sendung hat Jesus der Kirche weitergegeben und in ihr auch uns. "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Joh 20,21). Hineingenommen in die Beziehung der Liebe zwischen Jesus und seinem Vater empfangen wir Gnade über Gnade. Wir sind berufen weiterzugeben, was wir empfangen haben. Wir möchten Zeuginnen von Gottes Liebe sein, von seiner Leidenschaft für das Heil jedes Menschen. "Der Grund- und Markgedanke der Missionarin Christi ist die Rettung der anderen, der Einsatz für die anderen; mein Leben, mein Leiden, mein Beten, mein Sterben für die anderen" (P. Moser, 27.10.1959). Missionarin Christi ist "die Gesandte des Gesandten" (P. Moser, 27.10.1959).

 

Apostolische Tätigkeit

8 Die Missionarinnen Christi sind zum Dienst am Gottesreich, zum Einsatz für die Menschen berufen.

"Im Programm der Missionarin Christi steht der Nächste, der Arme, der Getaufte und der Ungetaufte, der Gott nicht kennt und der, der Gott verleugnet, der Gesunde und der Kranke, (...) alle die, zu denen die Missionarin Christi geschickt wird" (P. Moser, 3.4.1961).

9 Unsere Sorge gilt dem Menschen in seiner leiblichen, seelischen und sozialen Not. Wir wollen mithelfen, die Nöte zu lindern, ihre Ursachen aufzudecken und zu bekämpfen. Die Botschaft Jesu drängt uns, uns für Glaube und Gerechtigkeit einzusetzen und dafür, dass die Menschen ihre eigene Würde entdecken können. Mit ihnen bemühen wir uns um ein erfülltes Menschsein in Christus.

10 Unser missionarischer Dienst erwächst aus dem missionarischen Auftrag der Kirche. Wie wir auf die konkrete Situation des jeweiligen Landes und der Ortskirche mit unseren Diensten eingehen wollen, ist in den RICHTLINIEN DER REGIONEN beschrieben. Diese Richtlinien berücksichtigen die Erfordernisse der Ortskirche und die Situation der Gesellschaft (entsprechend CIC, can. 678). P. Moser hat uns eine große Offenheit und Beweglichkeit aufgetragen. Er hat uns nicht festgelegt auf bestimmte Orte oder Aufgaben, damit wir frei bleiben, überall dorthin zu gehen, wohin die Güte Gottes uns noch schicken wird (vgl. P. Moser, 5.2.1961).

11  Damit wir recht entscheiden, welche Dienste wir übernehmen sollen, müssen wir lernen, aus den Zeichen der Zeit und den Nöten der Menschen den Anruf Gottes zu verstehen. Auf diesem Hintergrund haben wir unsere Aufgaben zu suchen und nicht nach Gesichtspunkten von Leistung, Ansehen und Erfolg.

12  Jede Schwester soll den Einsatz finden, der ihren Begabungen entspricht und den Zielen der Gemeinschaft dient. Die Treue zum Auftrag der Gemeinschaft verlangt von jeder Schwester auch die Bereitschaft, einen wichtigen und ihr liebgewordenen Dienst zurückzustellen, wenn dies für die Aufgaben oder das Leben der Gemeinschaft notwendig ist.

13  Den Auftrag zu arbeiten, teilen wir mit allen Menschen. Wir erleben mit ihnen die Freude und Sinnhaftigkeit der Arbeit, aber auch ihre Mühe und Last. Wir versuchen, unsere tägliche Arbeit so gut wie möglich zu erfüllen, einander zu dienen, jede mit der Gnadengabe, die sie empfangen hat (vgl. 1 Petr 4,10). Wir wollen in unserem Einflussbereich die Arbeitswelt im Geiste Jesu gestalten und uns für menschliche Arbeitsbedingungen und gute Zusammenarbeit einsetzen.

14 Wir stellen unser ganzes Leben in den missionarischen Dienst. Wenn wir einmal unsere berufliche Tätigkeit aufgeben müssen, sei es aus Altersgründen oder im Krankheitsfall, wollen wir weiterhin, unseren Kräften und Fähigkeiten entsprechend, am Auftrag der Gemeinschaft mitwirken. 

15 Jeden Arbeitseinsatz der Schwestern verstehen wir als Verkündigung der Frohen Botschaft. Entscheidend ist, dass wir unseren Dienst in einer Haltung des Glaubens und der Hingabe tun. Dadurch kann jede Tätigkeit zu einem Zeugnis der Liebe Gottes werden.

 

Gebet

16 Das Beten der Missionarinnen Christi ist geprägt von einer tiefen Beziehung zu Jesus Christus. Mit ihm, durch ihn und in ihm wollen wir Gott, den Vater, im Heiligen Geist bitten, ihm danksagen, ihn anbeten in allem, was wir tun. P. Mosers zentrales Anliegen war es, dass wir immer mehr "Christus erfahren, erkennen und lieben lernen" (P. Moser, 1.8.1960). "Eine tiefe Erkenntnis Jesu Christi ist unbedingt notwendig (...): des historischen Christus, des Christus in der Eucharistie, des Christus als Kirche in dieser Welt, des verherrlichten Christus, des Jesus Christus in uns” (P. Moser, 16.9.1960).

17 Unsere Beziehung zu Christus wird genährt und vertieft durch regelmäßige Orientierung am Wort Gottes. Es ist uns aufgetragen, durch Studium und Gespräch, Meditation und Gebet immer tiefer in das Verständnis der Heiligen Schrift einzudringen. Unsere Beziehung zu Christus wird auch genährt und vertieft, wenn wir uns auf die Menschen einlassen. Wir werden gedrängt, sie in unserem Beten gegenwärtig sein zu lassen und sie vor den Herrn und Erlöser aller Menschen zu tragen.

18  Durch unsere gemeinsame Berufung stehen wir miteinander und füreinander vor Gott. So hat das gemeinsame Beten einen wichtigen Platz in unserem Leben. Es trägt die Einzelne und hält uns als Gemeinschaft zusammen. Hier gilt die Zusage des Herrn: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20).

19  Mittelpunkt unseres geistlichen Lebens ist die Feier der Eucharistie. "Die Heilige Messe ist das Zentrum des Tages und die eigentliche Gottesverehrung der Gemeinschaft" (P. Moser, 20.10.1959). In ihr wissen wir uns mit dem Beten der ganzen Kirche verbunden. Hier geschieht Begegnung mit Jesus Christus im Wort, im Opfer und im Mahl und auch tiefe Begegnung untereinander.

20  Um diese Mitte ordnen sich vielfältige Formen unseres Betens, wie sie aus dem Leben der Gemeinschaft erwachsen. P. Moser lenkte unsere Aufmerksamkeit besonders auf das Vaterunser und auf die Gebete, die uns die Kirche in der Liturgie schenkt. 

21  Das gemeinsame Beten wird getragen vom geistlichen Leben jeder einzelnen Schwester, von ihrem Bemühen, einen persönlichen Weg in ihrer Christusbeziehung zu finden. Damit die Einzelne diesen Weg gehen kann, ist ein persönlicher Freiheitsraum ebenso notwendig wie ein Rhythmus im Gebetsleben. P. Moser verweist uns dabei auf die tägliche Betrachtung, die Gewissenserforschung, den wöchentlichen Abend der Besinnung, die monatliche Geisteserneuerung, den regelmäßigen Empfang des Bußsakramentes, die jährlichen Exerzitien (vgl. P. Moser, 3.11.1959). 

22  Das Gebet der einzelnen Schwester und der Gemeinschaft muss im Leben einer Gruppe einen wichtigen Platz einnehmen und wird in der Lebensordnung der Gruppe festgelegt. An der Offenheit und Liebe zu unseren Mitmenschen wird sich zeigen, wie lebendig und echt unser Gebetsleben ist.

23 Der Alltag lässt uns die Spannung zwischen Gebet und Arbeit erfahren. Es ist daher immer wieder notwendig, dieses Verhältnis zu überdenken. Dies erfordert ein Leben aus dem Geist des Gebetes und das Gespräch in der Gemeinschaft, damit beides – Kontemplation und Aktion – in einem lebendigen Gleichgewicht unser Leben als Missionarinnen Christi prägt.

top

Zeugnis einer Missionarin Christi 1

Was mir Jesus Christus bedeutet? Welche Frage! Es ist nicht schwer zu sagen: Er bedeutet mir alles. Er ist der Grund, auf dem ich stehe und die Luft, die ich atme. Wo wäre ich ohne ihn? Er ist das Innerste meines Inneren, meiner Seele und das Allerwichtigste meines Lebens. Ja, so ist es.

Es gibt da noch die andere Wirklichkeit, die schwerer zu sagen ist: Die bin ich. Meine Verbundenheit mit Ihm, bewusst und unbewusst. Mein Charakter, meine Lebensgeschichte mit Ihm. Meine – nicht sehr großen oder spektakulären – Verwirrungen und Verirrungen und mein Heimgeholtwerden von Ihm, so oft und mit so viel Geduld.

Mein Herz ist voll Dankbarkeit und Freude – und will nicht verstummen. Es will davon reden und verkünden.

top

Zeugnis einer Missionarin Christi 2

Du Christus, Du mein Christus,

Du Mitte meines Lebens,

Du Mitte unserer Gemeinschaft,

Du Mitte unserer Welt.

Immer noch stimmt es für mich, schon seit den Anfangsjahren deiner Geschichte mit mir: Du mein vertrauter Freund, du mein Geliebter, ja, du meine große Liebe. Trotz vieler treuloser Zeiten hast du mich immer neu verführt und gelockt, in die Wüste geführt und umworben. Ich lebe aus den Augenblicken, in denen ich dich innigst erfahren durfte: Du in mir und ich in dir.

Und in mir erfahre ich dich als den, der leidenschaftlich die Menschen sucht; als den, der sich abmüht für die, die elend dran sind. Und immer noch bist du es, der sich hingibt in Liebe, damit Menschen das Leben haben und es in Fülle haben und so frei werden von Mächten, die sie binden und ein Leben in Würde verhindern. Da möchte ich bei dir sein, ja dort sein, wo du bist. Nach wie vor lebt in mir die große Sehnsucht, mit dir und durch dich und in dir zu leben zur Ehre Gottes und zum Heil jedes Menschen. Amen.

top